Dienstag, 19. Mai 2015

Senf

Ihr Lieben,
ich bin sicher sehr spät dran meinen Senf über zur Zeit absolut diskussionswürdige Themen abzugeben. Hab viel gelesen über "regretting motherhood", 65-jährige die schwanger sind, Kinderwunsch in Zeiten wie diesen, was ist erlaubt, was ist ein gesellschaftliches Tabu, Meinungen von Kinderlosen, Meinungen von Müttern die die Mutterschaft bereuen usw.

Tja...... Alles sehr interessant....regt zum Nachdenken an. Ich finde die Beiträge alle toll. Finde spitze dass Frauen sich trauen über all das zu sprechen, zu diskutieren. Hut ab. Respekt. 
Die unterschiedlichen Meinungen zu den Themen sind auch nicht das was mich nachdenklich macht. Es ist gut seine Meinung zu vertreten und ehrlich zu sein.

Ärgern tut mich die Tatsache, dass es so dargestellt wird als wären zufriedene Mütter schier unmöglich....Lug und Trug....an den Haaren herbeigezogen.....

Was mir persönlich etwas aufstößt (hab ich auch in einem anderen Post erwähnt), ist, dass (und das erkennt man deutlich an meinem Blog) ich zu einer aussterbenden Rasse gehöre. 
Mütter die gerne Mama sind. Mütter die schöne Momente posten. Mütter die nicht bereuen Mutter zu sein. Bin ich eine Minderheit?!?! Darf ich nix mehr posten weil ich mich wohl fühle in meiner Rolle? Interessiert das überhaupt noch jemanden? Oder will man ohnehin nur mehr lesen, dass das Mamasein einem über den Kopf wächst, das Leben fast nur negativ verändert, man Freunde verliert, man sich eingesperrt und isoliert fühlt? 

Ich finde es schade, dass das Mamasein zur Zeit soviele Negativschlagzeilen macht. Macht mich traurig. 

Natürlich ist nicht immer alles Friede/Freude/Eierkuchen. Bitte.....DAS wäre gelogen. 
Ich habe mir nur angewöhnt generell eher positiv zu sein. Sicher gelingt auch das nicht immer. Aber es würde mich frustrieren wenn ich als Mutter nur zu sagen hätte, dass das meiste meines Tages einen negativen Touch hätte. Nichts kann man verallgemeinern. Alles hat zwei Seiten. Klar. Aber ich berichte eben lieber über die vielen vielen tollen Momente in meinem Leben als Mama wie über die paar Dinge die (für mich) eine Herausforderung darstellen. 

Ich habe mich gefreut aufs Muttersein. Dass sich mein Leben ändern würde...tja davon bin ich ausgegangen. Manchmal hatte ich es im Vorfeld realistisch eingeschätzt....manchmal lag ich weeeeeiiiiit daneben. 

Plötzlich hatte ich hauptsächlich Freunde mit Kindern.
Plötzlich hatte ich weniger Zeit für mich.
Plötzlich hatte ich angerotzte, vollgekotzte Shirts.
Plötzlich waren da Sorgen, von denen man nicht mal geahnt hatte, dass es sie gibt.
Plötzlich schläft man nicht mehr oder kaum.
Plötzlich überfordert einen die kleinste Kleinigkeit.
Plötzlich wohnt man in einer Drecksbude weil man mit dem Haushalt nicht mehr nachkommt.
Plötzlich streitet man sich mit dem Partner über Erziehungsmethoden.
Plötzlich findet man sich um 10 Uhr morgens im Pyjama (oder in der Jogginghose...was einen Fortschritt darstellt.)
Plötzlich richtet sich jede Minute, jeder Tag nicht mehr nach einem selbst und einer gewissen "Einteilungssache", sondern nach einem anderen Menschen.
Plötzlich ändert sich der Freundeskreis. Manche Wenden sich ab. Manche neue Freundschaften entstehen.
Plötzlich ist da jemand, für den du regelmäßig kochen solltest auch wenn du dich selbst zuvor mal gar nicht, mal um 4 Nachmittag ernährt hast.
Plötzlich wird ein WC Besuch, bei dem niemand an deinem Hosenbein dir beim Kacken zusieht ein kleines Erfolgserlebnis. (Eine Rarität zur Zeit)
Plötzlich ist der ehemalige Borneo Urlaub ein verlängertes Wochenende am Hausmeisterstrand.
Plötzlich gibt es Tage, an denen man sich in den eigenen 4 Wänden isoliert fühlt.
Plötzlich gibt es Dinge auf die man sich ewig gefreut hat, die abgesagt werden müssen weil jemand krank ist.
Da gäb es noch 20000000 Dinge.....


Aber das ist so. Genau das gehört eben auch dazu. Das ist das volle Paket Mamasein (in meinen Augen). Es obliegt jedem selbst sich an die Situation anzupassen. Daran zu wachsen. Das Beste für sich selbst rauszuholen. 

Vieles weiß man doch. Vieles nicht....kommt überraschend und erschlägt dich fast. 
Es gibt natürlich auch echte Kacktage. An denen ich morgens schon froh bin wenn ich mich für manches motivieren kann.

Aber abgesehen von dem ganzen Gefühlszeugs ist Muttersein eben auch nur ein Job. 24 Stunden zwar. Keine Gewerkschaft im Hintergrund die für dich auf die Barrikade springt. Und in meinem vorigen Job im Berufsleben bin ich auch nicht jeden Tag freudestrahlend zur Tür reingeschwebt. Man hat gute und weniger gute Tage. Mama sein ist eben ein Job. Punkt.

Für mich ein schöner. 

Ich frage mich warum manche Frauen noch ein zweites Kind bekommen. Um zu sehen ob sie ein zweites Kind dann wenigstens glücklich macht wenn es das Erste schon nur bedingt schafft?
Als Beziehungsretter? Als Glücklichmacher?

Einem Kind die Bürde aufzuerlegen dich glücklich zu machen.....dein Leben besser zu machen....puh...finde ich ziemlich gewagt. 
Ich möchte mich nicht über mein Kind identifizieren. Da gibt es viel mehr an mir als die Mutter von Franzi zu sein. 

Natürlich macht mich Franziska glücklich. Klar. Und ich war lange Zeit während dem Kinderwunsch unglücklich. Ich habe viele Tränen geweint, viel an mir gearbeitet und mich stark verändert bis ich wieder glücklich war. Da war von Franzi weit und breit noch nix zu sehen....

Mein Leben ist nicht ultimativ Super toll, bombastisch, ultraglücklich phänomenal ultracool. Nö. Is es nicht. Aber ich bin mit dem was ich habe glücklich. Bin zufrieden. Dank meiner Einstellung. Dank meiner realistische Einschätzung dem Leben gegenüber. Dank dem, wie ich mir mein Leben gestalte.
Und dazu gehört eben, Dinge positiv zu sehen. Mir wohl Gedanken über Dinge zu machen die mich runterziehen, aber sie zu verändern. 
Das heißt nicht, dass ich mir Situationen schön rede oder tot schweige. Nein. Aber ich habe nicht das Verlangen über einen meiner Kack Tage als Mutter zu schreiben um das Ganze dann nochmals hochleben zu lassen. Die Tage oder Stunden oder Momente vergehen. 

Viel mehr Spaß habe ich daran über schöne Momente zu berichten. Tolle Erlebnisse. Dinge auf die ich mich in 6 Jahren Kinderwunsch gefreut habe und mir gar nicht vorstellen konnte WIE toll das wird. 
Keine Angst....ich Zähl jetzt nicht alles auf :)

Was ich gutheiße in den ganzen Diskussionen:
Uns sollte nicht auferlegt sein ob ein Leben mit oder ohne Kind besser oder schlechter ist. Niemand sollte uns vorschreiben ob wir Kinder bekommen sollten oder nicht. Keiner sollte abgestempelt werden, weil er sich für oder dagegen entschieden hat. Soll doch jeder selbst entscheiden und leben wie er/sie will.

Ich kritisiere auch nicht die Mütter, die offen sagen, dass sie die Mutterschaft bereuen. Find ich toll so ehrlich zu sein. Ich finde es nur schade für die Kinder, denn die werden das irgendwie spüren....und wenn nicht hoffe ich dass sie das nie sehen oder lesen. Ehrlich. Denn mit dem Brocken musst du mal umgehen können. Stell ich mir nicht einfach vor. (Und davon bin ich überzeugt dass Kinder das spüren ob Mama ihr Leben kacke findet)

Mir schwirren noch so manch andere Dinge im Kopf herum. 

Lange Rede....für mich wichtiger Sinn.

Das hier ist für all jene, die gerne Mama sind. Mütter denen zwar nicht kleine Schmetterlinge um halb 9 morgens sanft die Bettdecke runterziehen und zu einem wohlerzogenem, in von hellem wunderschön durchleuchteten Kinderzimmer immer noch friedlich schlummernden, sich selbst gewickelten Kind schweben, aber die mit sich selbst und ihrem Leben zufrieden sind. Glücklich sind. Den meisten Situationen gewachsen (und wenn nicht, nicht gleich Mamasein kacke finden)

Ich bin gerne Mama. Ich poste gerne über schöne Momente, von denen es genug gibt. Und ich weiß natürlich dass das Momentaufnahmen sind. Wie auch sonst....
Ich bin weder unrealistisch, noch lüge ich mir mein Leben schön, noch hat mir jemand kräftig ins Gehirn geschi..en.

Wenn man sich drauf einlässt, kann man von Kindern echt viel lernen. Die sind nämlich meist zufrieden. Und in meinem Fall lern ich gerade durch mein Kind zufriedener zu sein. Andere Prioritäten zu setzen, mich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Aber ich bin eben offen dafür....freu mich darüber...

Und jetzt...mit viel Glück...esse ich. Oder räume auf. Oder leg mich einfach neben Franzi.... Heute war ein anstrengender Tag.

Keine Ahnung was mich morgen erwartet. Kack Tag....toller Tag.....egal. Ich nehm's wie's kommt und mach das Beste draus.

Und ich schäme mich nicht dafür (dass ich das überhaupt erwähnen muss.....)

So long....

Nachtrag:
Hab mich für Variante 1 (schnelles essen) und Variante 3 entschieden


DAS zb bringt mich zum Strahlen....
Schnulzig oder nicht.... Genau DAS!



Kommentare:

  1. Danke für deinen Beitrag. Ich habe mich bisher zu keinem der Themen irgendwo geäußert - genau aus den Gründen, die du oben angeführt hast.

    Darf man als Mutter wirklich nicht mehr glücklich sein? Ganz ehrlich, ich liebe es, Mutter zu sein. Ich bin extra die ersten 3 Jahre zu Hause geblieben, da ich nichts verpassen möchte, selbst entscheiden möchte usw. Und jetzt bin ich mit dem 2. absoluten Wunschkind schwanger und ich freue mich noch mehr als auf das 1. Klingt auch doof, aber ist so.

    Und unser Sohn wird im Juni 4, er schläft nachwievor jede Nacht bei uns (kommt zwischen 1 und 3 Uhr aus seinem Bett zu uns) und da wir ein 160cm Bett haben ist der Platz sehr begrenzt. Stört es mich? Manchmal ja, manchmal nein. Bin ich ausgeschlafen? Nein. Aber mich stört es nicht, denn ich liebe es, Mutter sein zu dürfen und es auch finanziell zu können. Voll und ganz.

    Baby #2 kommt Ende Juni und wenn wir dann zu 4. im Bett liegen - schön. Wir sind eine Familie.

    Viele Leute können auf einmal nicht mehr normal einkaufen gehen "weil ja das Kind da ist", können nicht mehr spontan zu Besuch kommen "weil ja das Kind da ist". Ähm....aber ich kann das. Seltsam. Ist es evt. doch eine Einstellungssache? Dass man 2 Stunden mehr einplant? Dass man die Dinge einfach macht - und man während dem Tun merkt: Hoppla, das ist aber echt anstrengend. oder Hoppla, das ist mit Kind noch viel besser.

    Ich könnte hier einen ganzen Roman verfassen.....aber ich denke meine Tendenz lässt sich erkennen.

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  2. Ich danke dir für den Beitrag.

    Ich freue mich auch aufs Mama sein. Auch wenn meine Pferde dann 2. rangig werden, meine Hunde nicht mehr Sport gehen. Ich nicht einfach mal ein Wochenende wegfahren kann und und und...
    Ich habe 9 Jahre auf Kinder gewartet. Mein Glück ist nun zum Greifen nah und ich bin bereit, alles andere nach hinten zu stellen. Mein Mann auch.
    Und ganz ehrlich, mein Leben war vor dem Kinderwunsch und während dem Kinderwunsch alles andere wie perfekt.

    Lg

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  3. Liebe Sandra,

    das, was du da schreibst, passt so wunderbar in mein Thema:
    Zufriedenheit. Glück.
    All das empfinde ich ebenfalls in meiner Rolle.
    Mich nerven mittlerweile diese Jammerblogs, sodass ich sie meide.
    Überall gehört augenscheinlich mittlerweile zum guten Ton, zur Mama-Solidarität, dass man über all die üblen Dinge klagt, die das Mutter-Sein so mit sich bringen.
    Und mit Beleidsbekundungen laufen die Kommentare über: "Ach, du Arme", "Ach, herrje...sowas Blödes.." und besonders gerne "Du bist eine tolle Mama!"
    Letzteres ist sowieso m.E. der Oberklotz:
    Wer mich nicht kennt und nur ein paar Ausschnitte meines Lebens zu lesen bekommt, wer will dadurch beurteilen, ob ich eine gute oder schlechte Mutter bin?
    Naja, anderes Thema.
    Ich poste auch - wenn ich über das Minimolekül berichte - entweder Lustiges oder Freudiges.
    Das heißt nicht, dass ich nicht ebenso schwere Momente habe. Momente, in denen ich müde und genervt bin. Aber die sind so unbedeutend. So schnell vergessen, da lohnt sich das Posten nicht.
    Bleib weiter so wie du bist und lass uns an schönen Franzi-Momenten teilhaben.
    Danke,
    Penny

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  4. Ganz kurz vorneweg: Wer würde sich nicht liebend gerne neben diesen Marienkäferpupspo legen? Süüüüß!!! Da würde ich aufräumen auch sein lassen - läuft ja nicht weg ;)

    Deinen Blog, liebe Sandra, mag ich sehr gerne. Weil du eben die schönen Seiten zeigst. Aber trotzdem nicht verheimlichst dass es die schlechten / weniger schönen auch gibt. Weil ich mit diesen Jammer-Blogs nicht klar komme. Und damit meine ich nicht die, die wirkliche Probleme oder gar kranke Kinder haben. Wirklich nicht. Aber ständiges und andauerndes Gejammer über - in meinen Augen - Nichtigkeiten muss und kann ich nicht haben. Liegt mit Sicherheit auch an meiner Wunsch-Situation.

    Daher: Danke :)

    Dicker Drücker

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  5. Hallo Sandra!
    Das ist hier ja auch wieder etwas, wozu ich was kommentieren mag. Habe ich ja dchon zu deinem ersten Post ;-)
    Ich hab auch ein paar Dinge zu regretting motherhood etc. gelesen und finde es auch gut, dass die Damen sich dazu so offen äußern. Dass dazu dann weltweit sicher viel diskutiert wurde, war ja klar. Sowas geht dann auch in alle Richtungen und viele Dinge werden in diesem Zusammenhang angesprochen, ist ja auch ok.
    Ich bin allerdings nicht darauf gestoßen, dass zufriedene Mütter nur an den Haaren herbeigezogen sind. Gab es tatsächlich Kommentare in diese Richtung? Glückliche Mütter sind eine aussterbende Rasse? Nein, das glaube ich nicht.... Und klar, natürlich darfst du alles über deine schönen Momente posten.
    Mir kommt es hingegen oft so vor, als würde ich überall - oder zumindest auf den Blogs, die ich lese - stehen, wie toll das,Muttersein ist und es wird ganz viel von schönen Momenten berichtet.
    Ich sehe es so, dass es doch auch gut ist, dass auch das Mamasein mal "negativ" dargestellt wird. Vielen Frauen hilft das doch auch vielleicht, denn wenn sie sich nicht gut fühlen oder Probleme haben, sehen sie, dass es anderen auch so geht und erhalten so Trost oder evtl. Lösungsansätze.

    Ich finde es toll, dass du alles positiv siehst und das negative so gut ausblenden kannst. Ich z.B. bin nicht so, ich krieg das nicht hin. Aber das ist meine Persönlichkeit, mein ganzes Leben lang. Ich habe viel Mist erlebt und mir fällt es nicht leicht, das Positive immer in den Vordergrund zu stellen. Ich bin da einfach zu vorsichtig, das Negative lauert bei mir immer wieder an der nächsten Ecke. Da bin ich lieber vorbereitet. Sicherlich ist der andere Weg schöner, aber wenn ich ihn so leicht beschreiten könnte, hätte ich es sicher getan.
    Jetzt habe ich sehr viel Persönliches geschrieben, aber es soll nur ein bißchen darstellen, dass es auch andere Personen gibt, die ganz sicher nichts gegen Mamas haben, denen meistens "die Sonne aus dem A**** scheint" (ist nicht bös' gemeint).
    Aber ich möchte auch nicht als jammerndes Etwas gesehen werden, denn das bin ich grds. nicht. Ich bin eben anders als du oder andere Mamis. Und damit auch sicher nicht allein.

    Und ich finde, es ist auch ok, darüber zu schreiben, dass man nicht so gut darüber hinweg sehen kann, dass man so oft hundemüde ist, dass man am nächsten Morgen nicht einfach freudig dem neuen Tag entgegenstrahlt. Und ich lese auch gern bei anderen darüber, dann weiß ich, dass ich nicht die Einzige bin und kann mich ggf. sogar darüber austauschen, das macht es vielleicht sogar einfacher.

    Dennoch.....auch ich liebe es, wenn mein Sohn strahlend in seinem Kinderwagen durch die Gegend geschoben wird oder er sein kleines Kuscheltierchen zum Schlafen an sich drückt. Aber das ist eh selbstverständlich ;-)

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  6. Schönen "Senf" hast du da geschrieben! ;-) Ich kann mich in deinen Zeilen voll wiederfinden. Ich könnte mir zwar nicht vorstellen all die Babyfotos ins Netz zu stellen, aber das muss jeder selbst wissen. Ich kann wiederum verstehen, dass du super glücklich bist, Franzi zu haben und dieses Glück mit allen teilen möchtest. Danke dafür.

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  7. Danke an euch alle für eure Kommentare!
    Ich freue mich wenn auf meine Beiträge reagiert wird... So bekommt man wieder neue Sichtweisen!
    Danke ihr Lieben

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  8. Liebe Sandra,

    auch ich finde es mutig und gut, dass sich diese Frauen trauen, ihr Problem öffentlich zu äußern. Und ich glaube, sie haben sich das so nicht ausgesucht - viele davon haben sich bestimmt auch wie verrückt auf das Mama sein gefreut, und kamen dann doch nicht so wirklich damit zu recht. Und vielleicht gibt es auch Frauen, bei denen dieses "Problem" nur temporär besteht (was vielleicht auch der Grund ist, weshalb sie noch ein Kind bekommen)? Ich weiss es nicht so genau, aber ich denke es macht vielen Frauen Mut, sich das von der Seele zu reden. Und das ist doch auch ganz oft heilsam :-).

    Natürlich hat das Mama sein ganz viele Facetten, es komplettiert, es macht glücklich, es holt das Kind in einem wieder zurück, es ist faszinierend, atemberaubend, anstrengend, völlig verrückt und abgedreht, manchmal kräftezehrend und in anderen Zeiten gibt es einem ganz viel neue Kraft und man wächst über sich hinaus. Ein Kind bereichert, und ich glaube, auch diese "regretting" Mamas sind in irgend einer Hinsicht bereichert worden - können es nur nicht richtig fassen und erkennen. Und Fakt ist ja, dass auch sie ihre Kinder lieben - wenn man der Berichterstattung glauben schenkt, und das tue ich in diesem Fall. Wenn man die Wahl hätte, würde man sich doch IMMER für das glücklich sein entscheiden. Oft hat man sie aber nicht. Wenn ich an die erste Zeit zurück denke - nun, das hatte ich mir alles ganz anders vorgestellt, und hätte mich in den ersten Wochen vielleicht auch ein bisschen in dieser Kategorie gesehen (wie man ja auch auf meinem Blog herauslesen konnte) und habe die Welt überhaupt nicht mehr verstanden - aber nicht, weil ich mir das so ausgesucht hatte, sondern weil es einfach so passiert ist. Und das, obwohl ich mich wie verrückt auf unseren Sohn gefreut habe, der nach einem so langen und harten Weg endlich zu uns kam und so perfekt war/ist. Heute ist alles ganz anders - ich bin glücklich, Mama zu sein, und bereue es nicht. Trotzdem sind die Momente, in denen ich leise Zweifel hege, manchmal noch da. Aber für mich gehören sie einfach dazu und es ist meine Aufgabe zu lernen, damit umzugehen - mit jedem Tag überwiegen die Freuden ein bisschen mehr und ich bin erleichtert, dass dieser Prozess bei mir dann doch recht schnell von statten ging. Nicht auszumalen, wie es sich anfühlen muss, wenn das einfach nicht gelingen mag.

    Ich finde auch, dass du weiter so bloggen sollst und darfst wie du es tust - denn du bist eine glückliche Mami und möchtest das mit der Welt teilen - ich lese das gerne und freue mich, dass wir alle so teil haben können und dürfen an Franzis Werdegang und auch an deinem "Werdegang als Mama" - angefangen noch in den Zeiten des turbulenten Kinderwunsches. Das Allerwichtigste ist doch, dass wir ehrlich sind, dass wir uns die Dinge von der Seele schreiben, die uns vielleicht gerade die Luft zum atmen rauben oder die es einfach wert sind, herausgeschrien zu werden. Und das darf jeder tun, auf welche Weise auch immer, so dass es ihm hilft.

    Liebe Grüße
    einspluseins



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    1. Das unterschreib ich ohne mit der Wimper zu zucken :)

      Und seid mir nicht böse, dass ich nicht auf jeden Einzelnen nochmals eingehe.
      Hab alles gesagt was ich sagen wollte! :)
      Ich drück euch alle und Gott sei Dank sind wir alle so verschieden :)

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    2. Guten Morgen liebe Sandra,

      ich wollte nochmal einen Artikel zu dem Thema dalassen: http://m.urbia.de/magazin/familienleben/muetter/regretting-motherhood---darf-man-es-bereuen-mutter-zu-sein

      Und: es gibt ja auch die.. nennen wir es Gegenbewegung "adoring motherhood".

      Ich habe gar nicht den Eindruck als wäre eines der beiden ... "Modelle" bevorzugt thematisiert worden :-).

      Liebe Grüße
      einspluseins

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